Das Zentrum ist in der Mitte, aber der Rand ist überall.

Wir schaffen die Welt, in der wir leben, indem wir sie betrachten.

Aber auch was wir nicht wahrnehmen, ist da, ist Teil unserer Stadt.

Was entzieht sich unserem Blick?

Was können wir nicht sehen? 

Hors Champ - Orte am Rand der Wahrnehmung

hors de champ ≙ außerhalb des Feldes

Wir schaffen die Welt, in der wir leben, indem wir sie betrachten. Aber auch was wir nicht wahrnehmen, ist da, ist Teil unserer Stadt. Je nach Perspektive des Bewohners/Besuchers/Betrachters erschließen sich unterschiedliche Blicke auf die Stadt und ihre Ordnungen. Diese sind gelenkt durch Strukturen: Stadtteile, Straßen, öffentliche Verkehrsnetze und Fahrradrouten helfen dabei uns zurecht zu finden.

Orientierungshilfen / Die Stadt als mehrdimensionaler Raum

Unsere Verortung im städtischen Raum und damit ein Teil unserer Identifikation folgen den Parametern der Kartographie. Koordinaten und Planquadrate ergeben eine mentale Karte, die zentralistisch angelegt und nur horizontal gedacht ist. Aber im Gegensatz zur Karte sind Städte keine flachen Räume, die eindeutig in Zentrum und Peripherie zerlegt werden können.

Orte am Rand der Wahrnehmung

Das Projekt HORS CHAMP (frz. außerhalb des Feldes) will sich mit Orten befassen, die in unserer mentalen Karte nicht eingezeichnet und am Rand unserer Wahrnehmung sind. Solche sind Wohnräume, Arbeitsplätze, Versammlungs-, Freizeit- und Ausdrucksorte. Ein unterirdischer Bach, das Magazin der Staatsbibliothek, Schlafplätze und Kunstinstallationen, unter Brücken und Straßen. Für manche Menschen sind diese Orte das Zentrum ihres Alltags. Für viele sind sie aber unbekannt, sie wollen oder dürfen sie nicht betreten. Wie der Rand außerhalb unseres Blickfelds sind diese Orte unterbewusst präsent, aber bleiben üblicherweise jenseits unserer bewussten Wahrnehmung.

Das Zentrum ist in der Mitte, aber der Rand ist überall.

Die Doku-Installation HORS CHAMP will Orte außerhalb des horizontalen Blickfeldes von der Peripherie ins Zentrum der Stadt bringen. Orte, die sich im hors-champ unserer täglichen Wahrnehmung befinden, werden filmisch dokumentiert und die dort erlebbare Wirklichkeit in bewegte Bilder übersetzt. Diese Aufnahmen werden aufbereitet und gemeinsam im städtischen Zentrum projiziert. Mithilfe der Gleichzeitigkeit der Realität des Vorführungsortes und der Virtualität der Projektion werden die horizontalen und vertikalen Ordnungen aus ihren Kontexten herausgelöst und an einem Ort auf einer Ebene zusammengebracht.  

Der Betrachter ist Teil der Bewertung. Wo steht er? Welchen Sinnbezug, Integration oder Desintegration empfindet er? 

 

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