ORTUNG - Die multimediale Vermessung eines Militärstandortes

 

Ortung – ursprünglich nur als Arbeitstitel eines Filmprojekts gedacht – steht heute für den Versuch einer multimedial dokumentarischen Vermessung eines Ortes und dessen Vergangenheit. Ihr Gegenstand ist die 100-jährige Geschichte des Dorfes Stetten am kalten Markt und des Militärstandorts „Heuberg“. Die gemeinsame Vergangenheit ist eine Zeit von moralischen, sozialen, ökonomischen und militärischen Konflikten und Allianzen. Seit über einem Jahrhundert ist das Militär dort der größte Arbeitgeber. Im Zentrum des Projekts stehen Menschen, die sich nicht alle begegnen, aber Räume und Zeiten teilen und durch das Konzept, das man „Geschichte“ nennt, miteinander verbunden sind. Alltag, Tagebücher, Tagesbefehle, Briefe, Vergessenes, Erinnertes und Fotografien erzählen eine Geschichte. Einen Teil der deutschen Geschichte.

Das Projekt Ortung versucht sich an verschiedenen Betrachtungsperspektiven und Medientypen. Teils experimentell, journalistisch oder wissenschaftlich kann und soll keine der Erzählformen eine abgeschlossene Interpretation liefern, sondern mit den Möglichkeiten von (historischen) Stoffen und ihrer multimedialen Aufbereitung experimentieren. Entstanden sind ein Dokumentarfilm, ein Radiofeature und ein Buch. 


ORTUNG Der Dokumentarfilm 

Regie, Produktionsleitung, Kamera

Ortung (Teaser)

Der 92-minütige Dokumentarfilm stellt den ersten Teil und in vielerlei Hinsicht die Basis des gesamten Projekts dar. Der Film sollte die Geschichte des Ortes nicht entlang einer linearen Erzählung reproduzieren, sondern die Dreharbeiten und Recherchen nutzen, "neue" Quellen zu schaffen. Dabei entstand eine intensive Auseinandersetzung mit zahllosen Akten, Dokumenten und Aussagen, deren „Geschichten“ und Abbildbarkeit mit Film getestet werden mussten. Mithilfe von Interviews, Alltags- und Arbeitsbeobachtungen wurde Bild- und Tonmaterial geschaffen, dass für sich alleine oder in Ergänzung zu Archiv- oder Egodokumenten als Material für den Film dienen. Das Ziel war es nicht, einen vermeintlich „objektiven“ Film zu schaffen, sondern verschiedene konkurrierende Sichtweisen angemessen zum Ausdruck zu bringen. Jedes Bild, jeder Schnitt und jeder geschaffene Kontext musste nach seiner Intention und Wirkung befragt werden. 
"Ortung" ist mehrfach aufgeführt und ausgezeichnet worden. 

Staff: Johannes Friedl, Helena Maria Körner, Nina Mirza, Marco Kugel, Eduard Stürmer, Serpil Turhan und Nicolai Zeitler.

 

Ortung (Film)

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ORTUNG - DIE MULTIMEDIALE VERMESSUNG EINES MILITÄRSTANDORTES. POSTMODERNE GESCHICHTSSCHREIBUNG IM DOKUMENTARFILM Das Buch

Transcript Verlag, 2015

Dieses Buch ist Teil eines Projekts zur multimedial-dokumentarischen Vermessung eines Ortes und seiner Vergangenheit. Es wirft einen Blick auf die über 100-jährige gemeinsame Geschichte der Garnisonsgemeinde Stetten am kalten Markt und des Truppenübungsplatzes Heuberg. Es versammelt einerseits Menschen, (historische) Texte, Archivdokumente und Perspektiven. Andererseits bietet es eine wissenschaftliche Abhandlung über Geschichtsschreibung im Film. Auf Grundlage unterschiedlicher Konzepte aus der Dokumentarfilm- und Geschichtstheorie entwickelt Kathrina Edinger eine eigene »Historiophotologie« und reflektiert diese an dem Dokumentarfilm »Ortung«, der den Lesern online zur Verfügung steht.
Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Martin Zimmermann.

Für die Leser des Buches steht der Film hier zur Verfügung. Das Passwort finden Sie auf Seite 14 des Buches. 

Leseprobe? Das Buch und E-Book gibt es für 34,99 € direkt bei Transcript Verlag, bei Amazon oder im Buchhandel.


ORTUNG - VERMESSUNG EINES MILITÄRSTANDORTS Das Radiofeature

SWR2 Feature am Sonntag | SWR2 extra: Der Erste Weltkrieg, 27.07.2014

Autorin

Anlässlich des 100. Jahrestags des Ausbruch des Ersten Weltkriegs beschäftigt sich das Radiofeature mit der Geschichte des Heubergs und ihren Chronisten - Hobbyhistoriker, Zeitzeugen, Militär - halb Betroffene, halb Beobachter. Wer ist man? Wo steht man? Worauf gründet man? Beim Versuch, sich selbst zu verorten, werden die Identitäts-Grenzen unscharf. "Ortung" unternimmt den Versuch einer Positionsbestimmung - zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

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